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Für jedes vierte Topprojekt fehlt das Geld

Die wirtschaftsnahe Forschung in Österreich entwickelt sich rasant: 2018 bewilligte die FFG 833 Millionen Euro für neue Projekte, darunter besonders viele Erstanträge aus kleineren und mittleren Unternehmen.

„Österreichs Unternehmen sind Investitionsweltmeister in Forschung und Entwicklung“ – mit dieser Jubelmeldung aus einer neuen OECD-Studie (die sich freilich auf den prozentuellen, strukturbereinigten Wert bezieht) eröffneten Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG (s. Lexikon), die Präsentation ihrer Jahresbilanz vorigen Mittwoch. Österreich habe in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Innovationsspitze der Industrieländer gefunden, die FFG sieht sich selbst dabei als „Zentrum des Innovationsgeschehens“.

Weitere 187 Millionen nötig
Insgesamt wurden 2,85 Milliarden Euro im vergangenen Jahr für die wirtschaftsnahe Forschung und die Förderung von Breitband-Datennetzen bewegt. Davon sind 833 Millionen Euro direkte FFG-Förderungen, 918 Millionen Euro haben die Fördernehmer aus Eigenmitteln investiert, der Rest setzt sich aus Geldern der EU und der Europäischen Weltraumagentur ESA (295 Millionen Euro) sowie aus Forschungsprämien (800 Millionen Euro) zusammen.

Insgesamt sei das Budget der FFG 2018 „stabil“ gewesen, fasst Egerth zusammen. Doch es hat längst nicht für alle förderungswürdigen Forschungsprojekte gereicht: Etwa ein Viertel der erstklassigen Anträge mussten aufgrund fehlender Mittel abgelehnt werden, insgesamt wären weitere 187 Millionen Euro nötig gewesen. Das schmerze und „da muss raunzen erlaubt sein“, so Pseiner.

Ein Grund für die steigende Nachfrage an Förderungen sind die Bemühungen der FFG, die Innovationsbasis zu verbreitern. Pseiner: „Wir wollen möglichst viele Akteure haben, weil das Risiko in der Forschung inhärent ist.“ Dass sich ihre Anstrengungen gelohnt haben, sehen die Geschäftsführer in der Tatsache bestätigt, dass von den mehr als 1700 im Vorjahr geförderten Projekten aus kleinen und mittleren Unternehmen rund 42 Prozent erstmals einen Antrag bei der FFG gestellt haben.

Mithilfe des Wirtschaftsforschungsinstituts Economia wurde auch untersucht, wie sich die Arbeit der Förderungsgesellschaft auf die Gemeinden in Österreich auswirkt. Hier wurden für die Jahre 2014 bis 2016 Daten erhoben und analysiert – bezieht man die lokale Wertschöpfung mit ein, zeige sich, dass die FFG-Förderungen maßgeblich zur regionalwirtschaftlichen Dynamik beitragen, sagt Economia-Leiter Christian Helmenstein. Das gelte auch für strukturschwache Regionen wie das Mühl- und Weinviertel oder auf Tourismus spezialisierte Gebiete wie Salzburg und Tirol, hier sei der Beitrag der Förderungen zur lokalen Wertschöpfung überdurchschnittlich hoch. Entsprechende Voraussetzung durch die Regionalpolitik seien dafür allerdings unabdinglich, so Helmenstein.

Für die Zukunft wünscht sich die FFG finanzielle Planungssicherheiten sowie ein „klares stabiles Plus“ beim Budget so Egerth. Besonders schnell wachsende Unternehmen, die mindestens zwei Jahre in Folge um jeweils mehr als zehn Prozent zulegen, sollen stärker unterstützt werden. Zudem müsse der Innovationsbegriff breiter gefasst werden und Formate sollten bespielt werden, die über technologische Innovationen hinausgehen – auch dazu bedürfe laut Egerth aber zusätzlichen Geldes.

LEXIKON
Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft(FFG) ist die nationale Institution für die Förderung unternehmensnaher Forschung und Entwicklung. Ihr Hauptziel ist die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich durch gezielte Programme für angewandte Forschung, manche (z. B. „Bridge“) stehen aber auch grundlagenorientierten Wissenschaftlern offen. Eigentümer der FFG sind die Bundesministerien für Verkehr, Innovation und Technologie sowie Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

12.3.2019, Quelle: Die Presse

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