Eine neue Forschungsprämienverordnung des Finanzministeriums sorgt in der niederösterreichischen Industrie für deutliche Kritik.
NÖ. Hintergrund ist eine Regelung, wonach ab 2026 Materialien und Rohstoffe, die in Forschung und Entwicklung eingesetzt werden, nicht mehr für die Forschungsprämie berücksichtigt werden dürfen, wenn daraus Produkte entstehen, die ohne vorherige Eigennutzung verkauft werden. Damit würde für solche Entwicklungen künftig keine Prämie mehr gewährt.
Helmut Schwarzl, Industriespartenobmann der Wirtschaftskammer Niederösterreich, sieht darin eine problematische Entwicklung: „Das ist völlig kontraproduktiv, hemmt Forschungsaktivitäten in den Betrieben und beeinträchtigt damit Innovationen, die unsere Unternehmen und der gesamte Wirtschaftsstandort gut brauchen können“.
Befürchteter Rückgang der Förderungen
Nach Einschätzung von Expertinnen und Experten könnte die neue Bestimmung das Volumen der Forschungsprämie deutlich reduzieren. Rückgänge von bis zu 50 Prozent stehen im Raum. Besonders kritisch wird gesehen, dass Forschung in Unternehmen naturgemäß auf die Entwicklung marktfähiger Produkte ausgerichtet ist.
Schwarzl fordert daher eine klare Kurskorrektur und spricht sich dafür aus, den entsprechenden Passus vollständig zu streichen.
Appell für starken Forschungsstandort
Der Industriespartenobmann verweist zudem auf die grundsätzliche Bedeutung der Forschungsförderung für den Standort Österreich. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten seien Innovation und Entwicklung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
In diesem Zusammenhang betont er: „Die Bundesregierung hat sich in ihrer Industriestrategie klar zur Positionierung Österreichs als starker Forschungsstandort, sowie zur Forschungsprämie als echtem Standort-Vorteil bekannt und weniger Bürokratie rund um die Prämie angekündigt“ sowie weiter: „Das ist der richtige Weg, der nicht durch neue Hemmschuhe beeinträchtig werden darf.“