Die Industrie macht daraus marktfähige Innovation, Wertschöpfung und Zukunft für den Standort.
Mag. Andreas Mörk
Österreich investiert 2026 laut aktueller Globalschätzung von Statistik Austria rund 17,6 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung. Das entspricht einer Forschungsquote von 3,34 % des nominellen Bruttoinlandsprodukts. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich weiterhin auf Platz drei – hinter Schweden und Belgien – und klar über dem Durchschnitt der EU-27. Gegenüber dem Höchstwert 2025 ist die Quote zwar leicht gesunken, das ist jedoch vor allem ein Recheneffekt: Die F&E-Ausgaben steigen weiter, das nominelle BIP wächst aber stärker. Im Langzeitvergleich bleibt der Trend eindeutig positiv: 2006 lag die Quote noch bei 2,38 %, seit 2014 wird das EU-Ziel von 3 % dauerhaft erreicht. Mit Blick nach vorne bleibt die Messlatte hoch: Im Regierungsprogramm 2025–2029 ist das Ziel einer F&E-Quote von über 4 % des BIP bis 2030 verankert. Von der aktuellen Quote von 3,34 % ist Österreich damit noch ein gutes Stück entfernt.
Unternehmen finanzieren 2026 rund 8,9 Mrd. Euro und damit etwa die Hälfte der gesamten F&E Ausgaben. Darin enthalten sind auch Begünstigungen über die steuerliche Forschungsförderung. Aus dem Ausland kommen weitere 2,9 Mrd. Euro bzw. 16 %, überwiegend als konzerninterne Finanzierungsströme multinationaler Unternehmen. Rechnet man diese Mittel hinzu, tragen Unternehmen in Summe rund zwei Drittel der F&E-Finanzierung in Österreich. Diese Zahlen zeigen nicht nur ein hohes Forschungsniveau, sondern auch, wo die Innovationsleistung des Standorts wirtschaftlich getragen wird: in den Unternehmen. Gerade die Industrie verbindet Forschung mit Entwicklung, Produktion und Verwertung. Sie macht aus technologischen Ideen marktfähige Produkte, neue Verfahren und zusätzliche Wertschöpfung – und ist damit ein zentraler Hebel für Exportstärke und hochwertige Beschäftigung.
Forschung in Österreich wird wesentlich von Unternehmen getragen – und braucht daher verlässliche, investitionsfähige Rahmenbedingungen. Gerade in der Industrie sind F&E-Entscheidungen langfristig, kapitalintensiv und eng mit Standort-, Produktions- und Beschäftigungsfragen verknüpft. Entscheidend sind Instrumente, die industrielle Entwicklungsrealitäten abbilden, technologieoffen ausgestaltet sind und Planungssicherheit geben. Dazu zählen insbesondere die themenoffenen FFG-Basisprogramme und die Forschungsprämie. Ergänzend bleiben der Fonds Zukunft Österreich und der FTI-Pakt zentrale Bausteine einer zukunftsorientierten Standort- und Industriepolitik.
Warum die FFG-Basisprogramme für die Industrie so wichtig sind
Die themenoffenen FFG-Basisprogramme sind ein zentraler Treiber für Innovation in der Industrie. Sie ermöglichen Unternehmen aller Größen – vom KMU bis zum Großunternehmen – einen niederschwelligen Zugang zu Förderung ohne thematische Einschränkungen und unterstützen technologisch anspruchsvolle F&E-Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gerade für industrielle Entwicklungsprozesse ist diese Themenoffenheit entscheidend, weil Innovation häufig nicht in vorgegebenen Programmlogiken entsteht, sondern aus konkreten technologischen Herausforderungen in Produktion, Materialien, Prozessen oder Digitalisierung.
Auch ihre Wirkung ist klar belegt: 82 % der geförderten Industrieprojekte waren 2023 klimarelevant. Fast 95 % der in den Basisprogrammen geförderten Industrieunternehmen sind Exporteure. Über 80 % der Unternehmen berichten von gestärkter internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
Zugleich zeigt eine Studie der KMU Forschung Austria, dass 85 % der geförderten F&E-Projekte ohne Förderung nicht oder nur deutlich reduziert umgesetzt worden wären. Damit sind die Basisprogramme nicht nur ein Förderinstrument, sondern ein wirksamer Hebel für Innovation, Standortqualität und industrielle Entwicklung. Hinzu kommt: Die Industrie erzielt mit Forschungsförderung besonders starke wirtschaftliche Effekte – vor allem über F&E-Projekte der FFG Basisprogramme, die für die Industrie ein zentrales Instrument sind. Die Industrie erzielt mit Abstand die höchsten Hebelwirkungen und Umsatzeffekte je Fördereuro. Jeder Fördereuro bewirkt 19 Euro zusätzlichen oder gesicherten Umsatz, das ist mehr als doppelt so viel wie in der gewerblichen Wirtschaft (8,6 Euro).
Zugleich zeigt eine Studie der KMU Forschung Austria, dass 85 % der geförderten F&E-Projekte ohne Förderung nicht oder nur deutlich reduziert umgesetzt worden wären. Damit sind die Basisprogramme nicht nur ein Förderinstrument, sondern ein wirksamer Hebel für Innovation, Standortqualität und industrielle Entwicklung. Hinzu kommt: Die Industrie erzielt mit Forschungsförderung besonders starke wirtschaftliche Effekte – vor allem über F&E-Projekte der FFG Basisprogramme, die für die Industrie ein zentrales Instrument sind. Die Industrie erzielt mit Abstand die höchsten Hebelwirkungen und Umsatzeffekte je Fördereuro. Jeder Fördereuro bewirkt 19 Euro zusätzlichen oder gesicherten Umsatz, das ist mehr als doppelt so viel wie in der gewerblichen Wirtschaft (8,6 Euro).
Warum die Forschungsprämie für die Industrie so wichtig ist
Die Forschungsprämie ist aus Sicht der Industrie ein zentrales Standortinstrument. Für viele forschungsaktive Unternehmen ist sie ein wesentliches Kriterium in Investitions-, Ausbau- und Ansiedlungsentscheidungen. Sie stärkt laufende F&E-Aktivitäten, schafft finanzielle Planbarkeit und wirkt gerade in wirtschaftlich unsicheren Phasen stabilisierend. Gerade für die Industrie ist das besonders relevant. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Österreich finden ganz überwiegend im industriellen und produktionsnahen Bereich statt. Änderungen an den Regelungen treffen daher nicht Randbereiche, sondern den Kern der österreichischen F&E-Landschaft.
Für die Industrie ist dabei entscheidend, dass Forschung vielfach nicht losgelöst vom realen Produktionsumfeld stattfindet. Neue Produkte, Werkstoffe, Rezepturen, Bauteilgeometrien oder Prozessparameter können häufig nicht ausschließlich im Labor entwickelt werden; die entscheidenden Erkenntnisse entstehen oft erst unter realen Bedingungen in der Fertigung. Umso wichtiger sind eine klare, rechtssichere und praxistaugliche Ausgestaltung sowie administrative Rahmenbedingungen, die industrielle F&E nicht unnötig verkomplizieren oder in ihrer Wirkung einschränken. Die Forschungsprämie muss daher ein verlässlicher Standortfaktor bleiben.
Forschung in der Industrie entsteht zudem nicht isoliert. Große Industrieunternehmen tragen mit ihrer F&E-Leistung wesentlich zum Innovationsniveau des Standorts bei, sind aber gleichzeitig eng mit KMU, spezialisierten Zulieferern und Technologiepartnern verbunden. Gerade dieses Zusammenspiel aus Groß und Klein stärkt technologische Entwicklung, beschleunigt Innovationen und verankert Wertschöpfung breiter im Standort.
Wie sich die F&E-Ausgaben in den kommenden Jahren entwickeln, wird daher nicht zuletzt davon abhängen, ob öffentliche Finanzierung und zentrale Förderinstrumente verlässlich weitergeführt werden. Wer Unternehmen als Träger der Innovationsleistung stärken will, muss auch die Rahmenbedingungen dafür absichern: mit Planungssicherheit, technologieoffener Förderung und einer Forschungsprämie, die industrieller Praxis gerecht wird. Denn Forschung in Österreich lebt nicht nur von einer hohen Quote – sie lebt vor allem von Unter nehmen, die investieren, entwickeln und Innovationen in wirtschaftliche Stärke übersetzen.
Link https://www.wko.at/oe/industrie/industrie-aktuell-02-2026.pdf